Standard Tänze

Langsamer Walzer

Der Langsame Walzer (auch Slow Waltz oder Englisch-Waltz) ist ein Standardtanz im 3/4 Takt mit 30 Takten in der Minute. Er entwickte sich in den 20-er Jahren in England aus dem Boston, dessen gerade und lineare Bewegungen sich in raumgreifende Drehungen verwandelten. Das Paar schwingt wie ein Pendel von Höhepunkt zu Höhepunkt. Obwohl der Langsame Walzer als schwierigster der Standardtänze gilt, ist er bei den Tänzern sehr beliebt.
Der Tanz mit seinen gefühlvolle Pendelbewegungen ist seit 1926 Turniertanz.

Wiener Walzer

Der Wiener Walzer ist ein Standardtanz im 3/4 Takt mit 60 Takten in der Minute. Er ist der unbestrittene König der Standardtänze und kann auf eine jarhundertlange Tradition zurückblicken. Er ist mit seine Varianten z.B. dem Ländler oder dem Dreher, ein alter Volkstanz, der vor allem im Alpenraum beheimatet war und wegen seiner Ungezügeltheit oft bekämpft wurde. 1787 wurde in der Wiener Oper durch eine italienische Gruppe eine "verfeinerte" Version des Walzers getanzt auf dessen Basis der heutige Wiener Walzer aufbaut. 1794 wurde der Wiener Walzer sogar am Preusischen Hofe verboten, während er 20 Jahre später auf dem Wiener Kongress große Triumpfe feiern konnte. Sein Reiz liegt zweifelsohne in seinem berauschenden Körperschwung. Seit 1825 ist der Wiener Walzer europäischer Gesellschaftstanz, seit 1932 Turniertanz.

Tango

Der Tango im 2/4 oder auch 4/4 Takt mit 33 Takten in der Minute ist ein Standardtanz der ursprünglich aus dem Argentinischen stammt. Dem entsprechend ist auch das Stakkato der Musik geprägt zwischen Aktion und Pause. Die ruckartigen Aktionen von knappen und schnellen Kopfbewegungen begleiteten Schritte werden im Knie weich abgefangen, was dem Tempo einen Eindruck von verhaltener Leidenschaftlichkeit verleiht. Die gehaltenen Pausen verhindern Körperschwung und damit verbundene Hebungen und Neigungen. Typisch sind auch die betont flach gesetzten Schritte.
Das erste Tangoturnier fand 1907 in Nizza statt.

Quickstep

Der Quickstep im 2/4 Takt und 54 Takten in der Minute ist ein sehr lebendiger und spritziger Standardtanz. Er entstand ca. in der Mitte der 20-er Jahre. Im Gegensatz zum Langsamen Walzer, mit dem ihn geschlossene Drehungen und Chasses verbinden, ist der Quickstep dadurch charakterisiert, dass die Körpergeschwindigkeit bei "Slow" fast die gleiche ist wie bei "Quick". Typisch ist ein Wechsel von langsamen "Slow" und schnellen "Quick" Schritten. Trotz der Lebendigkeit bleibt der Bewegungsablauf ruhig, dadurch wirken die Schritte leicht und schnell. Unter Tänzern gilt er auch als der Sekt unter den Tänzen: Perlend in seinen langgestreckten Bewegungen und spritzig in seinen Hüpfschritten.
Der Quickstep ist seit 1928 Turniertanz.

Slowfox

Der Slowfox ist ein Standardtanz im 4/4 Takt mit 31-32 Takten in der Minute. Er gilt als der elegante Bruder des Quicksteps und ist einer der schönsten aber auch einer der schwersten Standardtänze. Der Slowfox entstand nach 1900 aus dem Ragtime und amerikanischer Marschmusik und entwickelte sich schnell zu den "Klassikern" des englischen Stils. Die raumgreifenden fließenden Bewegungen lassen den Slowfox zu einem Prüfstein des tänzerischen Könnens werden.